Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Archäologischer Park Xanten
LVR-RömerMuseum

Reise & Verkehr

Die Römer waren ausgesprochen mobil. Anders wäre es ihnen nicht möglich gewesen, ihr riesiges Reich aufzubauen und zu sichern. Ein Pavillon im APX bietet eine Fülle an Informationen über antike Fernstraßen, Kuriere, Straßenkarten – und drei fahrtüchtige Nachbauten von römischen Kutschen und Wagen.

Eine Besuchergruppe steht auf einer Allee und blickt auf den gläsernen Pavillon zum Thema Reisen und Verkehr.

Ein Besuch in den Themenpavillons verspricht vertiefende Einblicke in spezielle Bereiche des römischen Lebens.

Von Britannien bis Nordafrika und von Portugal bis Syrien umfasste das römische Imperium eine riesige Landfläche von über 3,3 Millionen Quadratkilometern. Soldaten und Zivilisten, Kaufleute und Händler waren ständig im ganzen Reich unterwegs. Wo möglich, nutzte man die Wasserwege; über Land ging es langsamer und mühseliger voran.

Reisen war gefährlich. Neben schlecht gepflegten Wegstrecken und Unwettern gehörten auch Straßenräuber zum Alltag, und den Schutz von Gasthäusern suchte man in abgelegenen Gegenden oft vergeblich. In viel bereisten Provinzen gab es komfortable Herbergen genauso wie rußige und feuchte Rasthäuser voller Ungeziefer.

Eine Besuchergruppe an einem Ochsenkarren. Eine junge Besucherin befühlt die Holzfigur eines Maultiers, das vor einen rekonstruierten Wagen gespannt ist. Eine Besuchergruppe besichtigt die Rekonstruktion eines Carrus, eines römischen Lastenwagens mit langer Ladefläche.

Wohl dem, der mit einer Pferde- oder Eselstärke vor dem Wagen reiste.

Viele Reisende waren zu Fuß unterwegs. Wer es sich leisten konnte, ritt auf einem Esel oder Pferd oder fuhr mit einem von Maultieren gezogenen Wagen. Aus Bildquellen und einzelnen Funden kennen wir unterschiedliche Typen von Wagen. Einzelteile solcher Gefährte wurden im ehemaligen Flussbett des Rheins in Xanten gefunden.

Drei römische Wagen wurden im APX auf neuestem Forschungsstand rekonstruiert. Sie sind im Pavillon ausgestellt: Das cisium war ein leichter Reisewagen für zwei Personen und wenig Gepäck. Er war schnell, sehr wendig und trotzdem robust, aber ungefedert und nach heutigen Vorstellungen unbequem. Da er keine Bremsen hatte, war das Fahren damit nicht ungefährlich.

Mehr Komfort bot die Kutsche vom Typ der carruca. Ihr oberer Teil hing an starken Lederbändern, um Stöße auf unebener Strecke abzufedern. Die im Pavillon gezeigte Variante besaß eine Überdachung aus Leder und war für längere Reisen gebaut.

Der carrus war ein regelrechter Lastwagen. Auf seiner langen Ladefläche konnten Waren aller Art transportiert und mit einer Plane vor Nässe und Staub geschützt werden. Oft benutzte man den carrus in der Landwirtschaft oder um Waren von den Häfen zu den Siedlungen im Hinterland zu fahren.

Einige Kinder erkunden eine rekonstruierte römische Kutsche. Zahlreiche Kinder und Erwachsene betrachten eine antike Straßenkarte im Themen-Pavillon Reisen und Verkehr.

Reisen wie die Römer: Originalgetreue Kutschen und eine antike Straßenkarte vermitteln ein Gefühl für die römische Mobilität.

Die für die Rekonstruktionen der Wagen verwendeten Metallteile und Hölzer sind durch archäologische Funde nachgewiesen. Alle wurden vom Wagenbauer auf traditionelle Weise in Handarbeit hergestellt. So können die Nachbauten auch für archäologische Experimente dienen: Wie schnell nutzten sich Radreifen, Naben und Achsen ab, und wie konnten die Zugtiere optimal eingespannt werden?

Neben den Wagen ist im Pavillon die Nachbildung einer antiken Straßenkarte ausgestellt, die das gesamte römische Reich abbildet. Sie entspricht überhaupt nicht unseren heutigen Sehgewohnheiten, weil sie in nord-südlicher Ausdehnung stark gestaucht ist. So fand sie Platz auf einer fast sieben Meter langen, aber schmalen Rolle, die bequem ins Reisegepäck passte. Mit etwas Spürsinn lässt sich heute noch, irgendwo zwischen den Säulen des Herkules im Westen und Indien im Osten, auch die „Colonia Traiana" entdecken.

Bereits seit der Zeit um Christi Geburt war der Niederrhein an das römische Netz aus Fernstraßen angeschlossen. Dessen Gesamtlänge betrug in der Spätantike über 80.000 Kilometer, was in einer Linie zweimal um die Erde reichte. Eine um so gewaltigere Leistung, wenn man bedenkt, dass diese Fernstraßen wie eine Mauer tief in den Boden gebaut wurden. Am Niederrhein bestanden die Fahrbahnen allerdings nicht aus Steinplatten, sondern meist aus Kies und Sand. Zahlreiche Schlaglöcher werden das Reisen nicht angenehmer gemacht haben.

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